you_can_get_it_if_you_really_wantYou can get it if you really want, Einkaufswagen 199 Teile, Tragetasche, 46 x 36 x 33 cm, 2016

„Niedrig Preis Discount“ so der Name des Nahrungsmittelvertreibers, dessen Tüte Teil des Werkes ist. Der Ablauf ist wohl immer der gleiche: Ein Euro Pfand für einen Einkaufswagen, einkaufen, an der Kasse bezahlen und die erworbenen Produkte in eine solche Tüte verstauen. Hier interveniert jedoch der Künstler. Feinsäuberlich zerteilt er einen Einkaufswagen in 199 Teile und anstatt mit den Einkauf, befüllt Marouf die Tüte mit ebendiesem dekonstruierten Einkaufswagen. Auf dieser Weise hält der Künstler den Nutzen des Wagens vor, entspricht jedoch der Handlungsweisung der Einkaufstüte. Ein Paradox, denn die Tüte verliert durch den Inhalt ihren Nutzen, unmöglich kann sie die Last des Wagens tragen. Die Logik dieser Arbeit liegt in der Zweckentfremdung. Das eine blockiert das andere, die Grenze des offensichtlichen Zwecks löst sich auf, welcher sich in der Sinnlosigkeit verliert.

Text: Jonas Maaßberg

 

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_MG_0048gLos, verzieh Dich!, Keilrahmen, Acryl, Wasserwaagen, 180 x 180 cm, 2017

Mit Hilfe von acht, gelben Wasserwagen wird aus einem gewöhnlichen, unbespannten Keilrahmen ein verstecktes Hakenkreuz. Zwei, sich ergänzende Narrative werden hier deutlich. Einerseits die fast grenzenlose Militanz der Akkuranz einer Konstruktion und anderseits die Willkürlichkeit des Findens, oder eher der Suche nach Symbolen. Zweites könnte auch stellvertretend für die selbstbeanspruchte Geradlinigkeit der Argumentationsketten rechtspopulistischer Gruppierungen – die wohl eher so willkürlich ist, wie die Suche nach der Symbolik des Hakenkreuzes in dem unbespannten Keilrahmen.

Text: Jonas Maaßberg